Tierklinik Friedrichsdorf

Hufrollenentzündung (Podotrochlose)

 

Inhaltsverzeichnis

1 Ursache und Symptome
2 Diagnose
4 Therapie und Prophylaxe

 

Ursache und Symptome

Die bedeutendste Lahmheit an der Fordergliedmaße beim Reit- und Springpferd stellt die Erkrankung der Hufrolle dar. Man unterscheidet zwischen eitrigen Prozessen an der Hufrolle (z. B. durch Nageltritt) und nicht-eitrigen Entzündungsvorgängen, hautpsächlich durch Überbeanspruchung. Die nicht-eitrige Hufrollenentzündung kann wiederum in einer frischen (akuten) und einer alten (chronischen) Form auftreten.

Die akute Hufrollenentzündung kommt ausserordentlich selten zur Behandlung, weil sie in Folge ihres verborgenen Sitzes kaum zu diagnostizieren ist. Dadurch entstehen allmählich chronische Veränderungen. Anfangs tritt eine Entzündung des Hufrollenschleimbeutels auf, die mit Schmerz einhergeht. Die dadurch bedingte Lahmheit geht nach einigen Ruhetagen zurück, um bei erneuter Beanspruchung wieder aufzutreten. Wenn dieser Prozess länger andauert, greifen die krankhaften Veränderungen auf alle Teile der Hufrolle über. Besonders betroffen ist das Strahlbein und die knorpelige Gleitfläche sowie die Ansatzstelle der tiefen Beugesehne, die auffasert und teilweise mit der Gleitfläche des Strahlbeines verwächst. Durch das Fortschreiten der Veränderungen kommt es zu Schmerzen und allmählich schleichend auftretenden Lahmheiten. Im Schritt besteht ein steifer, klammer Gang, im Trab wird dieser stumpf und verliert seinen ausgreifenden Schwung.

Die Hufrollenentzündung wird fast nur an den Vordergliedmaßen beobachtet, und hier befällt das Leiden meist beide Hufe gleichzeitig. In erster Linie erkranken Reitpferde (vermehrtes Gewicht auf der Vorderhand!). Ursächliche Faktoren sind diejenigen Einwirkungen auf den Huf, die eine besondere Belastung der ganzen Hufrolle bedingen, denen diese auf Dauer nicht standhalten kann (z. B. unregelmäßige Gliedmaßen- und Zehenstellungen, Anomalien der Hufform, übermäßige Belastung besonders als Springpferd, zu kurze Hufeisen, steile Fesselstellungen, hohe oder an den Trachten zu stark niedergeschnittene Hufe, spitze Winkelung und nicht passen des Hufes zum Fesselstand). Auch eine erbliche Veranlagung zur Hufrollenentzündung kann nicht ausgeschlossen werden.

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Diagnose

Sicher gestellt werden kann die Diagnose Hufrollenentzündung durch die sogenannte Keilprobe. Hierbei wird die hohe Seite eines Keils unter den Zehenteil des Hufes gelegt und die andere Gliedmaße aufgehoben. So werden die Zehengelenke und die Beugesehne des zu untersuchenden Hufes einige Minuten lang extrem gestreckt. Im Fall einer Hufrollenentzündung löst diese Keilprobe ein größeres Schmerzempfinden aus als die eigentliche Erkrankung verursacht, die Lahmheit wird dadurch für eine gewisse Zeit deutlich verstärkt.

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Therapie und Prophylaxe

Bei sicher gestellter Diagnose der Hufrollenentzündung scheidet in den meisten Fällen ein Gebrauch der Tiere als Reitpferde aus. Um eine beschränkte Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten muss die Hufform stumpfer gemacht werden, indem der Zehenteil des Hufes gekürzt bzw. die Trachten künstlich erhöht werden (Hufeisen mit verdickten Schenkelenden oder Unterlegen von Keilen verschiedener Art). Diese Maßnahmen können auch vorsorglich angewendet werden, um eine Ausbildung der Krankheit vorzubeugen.

Ein drei- bis viermonatiger Weidegang kann bei akuter Hufrollenentzündung gute Linderung bringen. Die chronische Hufrollenentzündung kann aber auch sehr gut positiv durch die Gabe verschiedener homöopathischer Medikamente sowie durch eine mehrere Monate andauernde Kur mit dem Präparat “Euqi-Gel” beeinflusst werden.

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Quelle: <a href=”http://www.mietz-und-meise.de” title="Tierklinik Friedrichsdorf" target="_blank">Tierklinik Friedrichsdorf</a>
 

Andreas Mietz und Uwe Meise, Tierheilpraktiker