Tierklinik Friedrichsdorf

Borreliose

 

Inhaltsverzeichnis

1 Ursache
2 Symptome
3 Diagnose
4 Therapie und Prophylaxe

 

Ursache

Im Jahr 1984 wurde das Bakterium Borrelia burgdorferi als Erreger der Borreliose entdeckt. Seither nimmt die Bedeutung dieser Infektionskrankheit stark zu. In Europa sind fünf verschiedene Spezies von Borrelia burgdorferi bekannt.

Borrelien verursachen schwere Erkrankungen bei Hunden, aber auch bei Pferden wird die klinische Bedeutung dieser Infektionskrankheit diskutiert. Bei Katzen ist bisher kein Fall einer klinischen Borreliose wissenschaftlich nachgewiesen worden.

Die Übertragung des Borreliose-Erregers erfolgt während der Blutmahlzeit durch infizierte Zecken - und zwar in allen Regionen Deutschlands, wobei die höchste Durchseuchungsrate der Zecken mit 10 - 15 % in Süddeutschland liegt. Kleine Säuger, wie z. B. Mäuse und Ratten, sowie Vögel dienen den Borrelien als Zwischenwirt. Nach einer stattgefundenen Infektion wandern die Borreliose-Bakterien bevorzugt in Lymphknoten, Bindegewebe und Gelenke. Die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch einer Borreliose-Erkrankung ist sehr unterschiedlich.

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Symptome

Durch die verursachten Gewebeschäden werden als häufigstes Symptom Lahmheiten in der Praxis vorgestellt. Diese resultieren aus Muskelschmerzen und -verspannungen, Gelenkschwellungen, akuten und chronischen Arthrosen. Weiter können Fieber, Schmerzen, gestörtes Allgemeinbefinden, Lymphknotenschwellungen, Muskelzittern, Hautveränderungen, Herzmuskelentzündungen, Nierenbeckenentzündungen, Wirbelsäulensyndrome und neurologische Ausfallerscheinungen bei einer bestehenden Borreliose-Erkrankung auftreten.

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Diagnose

Durch das Zusammentreffen folgender Kriterien lässt sich die Diagnose Borreliose stellen:

  • klinische Symptome (wie z. B. Fieber, Lahmheiten, Lymphknotenschwellungen)
  • Zeckenbefall, bevorzugt im süddeutschen Raum
  • Laborbefund (Nachweis von Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi)

In bestimmten Gebieten weisen bis zu 50 % der Hunde einen positiven Antikörpertest gegen Borrelia burgdorferi vor. Hiervon entwickeln aber nur 5 - 10 % eine Borreliose. Das positive Testergebnis zeigt nur den Kontakt mit dem Borreliose-Erreger an. Es gibt aber auch Hunde, die sich infizieren, erkranken und einen negativen Antikörpertest aufweisen, weil die körpereigene Abwehr nicht reagiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem negativ getesteten Tier eine Borreliose vorliegt, ist jedoch sehr gering.

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Therapie und Prophylaxe

Seit ein paar Jahren gibt es eine Schutzimpfung gegen Borreliose bei Hunden. Eine wirksame Behandlung nach bereits erfolgter Infektion ist nur unter Anwendung von Tetracyklinen und Antibiotika möglich. Die Medikation muss aufgrund der langen Generationszeit des Erregers mindestens 21 - 28 Tage lang durchgeführt werden. Bei chronischen Infektionen kommt es zu nicht reparablen Gewebeschädigungen (z. B in Gelenken), die dann trotz erfolgreicher Behandlung der Borrelien zum Fortbestand der Kranheitssymptome führen. Deshalb kann bei chronischen Infektionen ein nur unbefriedigender Therapieerfolg bei der Behandlung einer Borreliose einsetzen. Neben der Schutzimpfung ist daher die Prophylaxe durch den Tierhalter von großer Bedeutung:

Wenn möglich, vermeiden Sie Spaziergänge in typischen Zeckenregionen.
Reduzieren Sie den Zeckenbefall durch Zecken-Halsbänder, Spot on Präparate (z. B. “Fly Away”) oder durch die Gabe von Knoblauch-Präparaten (Knoblauchgranulat) über das Futter.
Die effektivste Prophylaxe ist das regelmäßige Entfernen der Zecken (am einfachsten geschieht dies mit Hilfe einer Zeckenzange), da eine Infektion mit Borrelien normalerweise erst nach 12 - 24 Stunden Blutsaugen durch eine infizierte Zecke stattfindet. Die Borreliose-Erreger befinden sich im Darmtrakt der Zecke, wandern während des Saugvorgangs zur Speicheldrüse der Zecke und werden von hier aus übertragen.
(Die Borreliose ist übrigens auch unter folgenden - allerdings falschen - Schreibweisen bekannt: “Boreliose”, “Borelliose”, “Bureliose”, “Burreliose” und “Burelliose”.)

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Quelle: <a href=”http://www.mietz-und-meise.de” title="Tierklinik Friedrichsdorf" target="_blank">Tierklinik Friedrichsdorf</a>

Andreas Mietz und Uwe Meise, Tierheilpraktiker